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Dieser Beitrag wird für Mietwohner, Grundstücke ohne Platz für Langdraht oder für Personen mit schrecklicher Nachbarschaft sehr interessant sein. Bevor man nachfolgende Kompromisslösungen anwendet, sollte man alles Erdenkbare versuchen, eine normale Antenne installieren zu können.
Die folgenden Antennen beziehen sich größtenteils auf reinem Empfang von Kurz- und Mittelwellen-Rundfunk. Mit besonderer Anpassung ist auch Empfang von anderen Bändern möglich. Vom Senden mit diesen Antennen wird abgeraten. Nicht so bei Aufbau 3: Er ist auch für AFU möglich!
Der Aufbau folgender Antennen ist auf technischer Sicht extrem leicht, da keine besonderen Regeln erfüllt werden müssen. Ein paar Regeln gibt es dennoch: Möglichst lang, möglichst hoch, und der Versuch, so wenig Matsch wie möglich aus den Nachbarwohnungen einzufangen.
Vorversuch
Bevor man großen Aufwand in einen unauffälligen Aufbau investiert, ist es ratsam, die Antenne normal zu installieren.
Ein Versuch bei einem Bekannten in der Großstadt hat gezeigt, dass es den anderen Mietern des Hauses egal zu sein scheint, dass neben ihrem Fenster aufeinmal ein Draht herunterbaumelt.
Aufbau 1- Abgreifen der Dachrinne
Diese Antennenart ist zu empfehlen, wenn das Haus möglichst groß ist: Also mindestens 3 Stockwerke und mehere Wohnblöcke lang.
Zum Empfang wird die Dachrinne abgegriffen. Dazu ist sicherzustellen, dass diese nicht geerdet ist. Dies ist mit einem Multimeter (Widerstandsmessung) zu testen. Als Erde kann dabei die Heizungs- oder Wasserleitung verwendet werden. Die Erde am Schuko-Stecker darf nicht benutzt werden.
Besteht nun keine Verbindung zwischen Dachrinne und Erde, kann diese abgegriffen werden. Bitte dabei auf eine starke elektrische Verbindung achten! Die Ableitung zum Fenster findet durch 1-adrigen Tüdeldraht statt. Damit nichts auffällt, sollte dieses einen maximalen Durchmesser von 1mm aufweisen. Die Farbe der Isolation sollte der der Hauswand sein, bestens ist es, das Kabel mit Dispersionsfarbe zu bestreichen.

Aufbau 2- Verlegen eines unauffälligen Drahts
Falls die Messung ergeben hat, dass die Dachrinne geerdet ist, muss leider auf folgende Lösung zurückgegriffen werden. Sie verlangt aber ein wenig mehr Aufwand.
Man verlegt vertikal einen unauffälligen Draht (Beschaffenheit siehe oben). Optional kann auch am oberen Ende ein horizontales Stück folgen. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass der Draht einen großen Abstand zur Dachrinne haben muss, da sonst große Verluste auftreten.
Das Verlegen des vertikalen Drahtes kann am Besten über ein Dachbodenfenster geschehen, an dem man das Kabel hinunterwirft. Das obere Ende wird dann am Fenster befestigt.
In der Ebene des Wohnungsfensters kann nun der Draht nach obigen Beispiel abgegriffen werden.
Aufbau 3 - Spannen eines nicht sichtbaren Drahtes - abgestimmte Antenne
Ist der Störnebel am Haus selbst zu stark (durch Neonröhren oder Billignetzteile), man aber ein wenig Freiraum um sich (mind. 10 Meter) hat und mind. in 4 Meter Höhe wohnt, kann auch mit extrem dünnen Kabel (z.B. Kupferlackdraht) versuchen, diesen zum nächsten Haltepunkt (Baum, hohe Straßenlaterne) zu spannen. Dadurch lassen sich viele endgespeiste Gebilde fertigen, sogar richtig abgestimmt!
Dabei sind jedoch 2 wichtige Punkte zu beachten: Der Draht muss wirklich überhaupt nicht sichtbar sein! Denn wenn er auffällt, hat man höchstwarscheinlich ein Problemchen. Wohnt man in mind. 10 Meter Höhe, ist auch ein kleiner Blitzschutz notwendig. Ich übernehme aber keine Gewähr :P. Außerdem muss beachtet werden, dass dünne Drähte nicht reißfest sind. Deshalb nie fest spannen, sondern ein wenig durchhängen lassen. Dies ist besonders bei Regen, Schnee und Wind wichtig. Federn lassen sich u.U. auch verwenden, wenn diese nicht zu starke Zugkraft haben. Wird eine bestimmte Drahtlänge verwendet, der nicht mit dem Haltepunkt vereinbar ist, kann man als "Füllglied" Angelstrippe verwenden.
Beispiel einer abgestimmten Drahtlänge: Lambda/4 für das 49m-Band. Als Gegenpol dient die Erde. Wellenwiderstand ~ 60 Ohm. Funktioniert auch auf den Bändern 25m und 13m (Rundfunk). Es lässt sich aber auch leicht eine Windom aufbauen, da diese nicht mit (sichtbarer) Hühnerleiter oder Koaxkabel, sondern auch durch dünnes Kabel gespeist wird.
Hinweise zum unauffälligem Aufbau
Wie schon erwähnt, sollte der verwende Draht obige Eigenschaften besitzen, damit nichts auffällt. Zusätzlich sollte der Draht dort verlegt werden, wo er nicht sichtbar ist. Bspw. Benutzung der Rückwand oder das Verlegen an Fugen in der Wand.
Bei wahnsinnigen Mitbewohnern sollte die Installation zur Arbeits- oder Sommerurlaubszeit erfolgen. Wenn viele Rentner anwesend sind, kann man auch versuchen, das Meiste nachts durchzuführen. |